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Können uns Flügel wachsen?

Kapitel 3
Können uns Flügel wachsen?
Stellt euch vor,
am nächsten Morgen befinden wir uns vor einem Kartoffelfeld und hinter uns ist ein kleiner alter Bauernhof, in dem eine junge Familie wohnt. Neben dem Hof steht eine riesengroße, alte Eiche, dessen Äste bis hoch in den Himmel ragen. Weil der Winter gerade vorbei ist, sind an seinen Zweigen schon viele kleine Knospen zu sehen, wenn man genauer hinsieht.
Neben uns, auf dem Feldweg, streiten sich zwei Eichhörnchen um eine Eichel, die noch vom Winter übrig geblieben sein muss. Wir folgen ihnen, wie sie auf den Baum zu laufen, wo sie mit ihren kleinen, spitzen Krallen den Baumstamm hoch flitzen. Eichhörnchen sind außergewöhnlich gute Kletterer, denn wir können ihnen kaum folgen, so schnell haben sie die Baumkrone erreicht. Das Geäst
hier oben, ist sehr viel dichter und unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf die zwei lustigen Hörnchen, so dass wir unseren Falken nicht gleich bemerken. Er sitzt weiter oben, auf dem letzten, starken Ast der Eiche und es hat den Anschein, als warte er wieder auf uns. Er sieht uns an und kreischt, so wie wir es von gestern schon kennen. Dieses Mal wissen wir was uns erwartet und schon schwingt er sich mit seinen großen, flauschigen Flügeln in die Luft. Wir fühlen uns schon sehr vertraut mit ihm und freuen uns auf diese Reise und den bevorstehenden Tag, der uns sicher neue Überraschungen bringen wird.
Wir rauschen ganz knapp über das Kartoffelfeld, links an dem Bauernhof vorbei. Er kreischt schon wieder und wir sehen, wie der Bauernsohn mit seinem Vater überrascht aufblickt. Schnell haben wir das Kartoffelfeld hinter uns gelassen und fliegen über saftige Wiesen, wo grasende Kühe ihren Tag beginnen, an anderen Bauernhöfen vorbei.
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Sausen über Hügellandschaften und einen Bachlauf, der sich seinen Weg hinunter ins Tal, durch die nächste Ortschaft sucht. Unser Falke steigt höher und um uns braust wieder heftig der Wind, so wie wir es von gestern schon kennen. Wir fliegen der Sonne entgegen und erreichen bald eine Wolke, die wieder unser Ziel sein wird.
Das es dieselbe Wolke ist, scheint unwahrscheinlich zu sein, denn Wolken verändern ständig ihre Form und ziehen unablässig mit dem Wind davon. Unser Falke überquert diese Wolke, zieht einen Kreis und kreischt. Wie gestern zieht er einen zweiten Kreis und wir sehen unter uns ein klitzekleines Baby, das in der bauschigen, weißen Zuckerwatte schlummert. Wir rechnen schon damit, dass wir heute dieses Baby beobachten sollen, aber so ist es nicht, denn wir fliegen weiter und der Falke steigt unerwartet höher. Wir blicken zurück zu dem kleinen Baby und uns stellt sich die Frage, ob es das Neugeborene des jungen Bauernsohnes ist.
Anscheinend hat der Falke noch ein zweites Ziel, denn er fliegt stetig höher. Gespannt blicken wir uns um und wissen nicht, was uns erwartet. Wir überqueren einige kleinere Wolken und bemerken, dass auf der nächsten Wolke unsere beiden schlafenden Jungs liegen. Der Falke umkreist sie einmal, vielleicht um sich zu versichern, dass es ihnen gut geht und stößt einen Schrei aus. Wir bleiben wieder bei Mesut & Kerim. Der Falke macht sich auf den Rückweg zur Erde und kreischt zum Abschied.
Diesmal weckt das Kreischen Mesut und er setzt sich neugierig auf, blickt um sich und reibt sich den Schlaf aus den müden Augen. Doch den Falken sieht er nicht mehr. Kerim liegt neben ihm auf dem Bauch, seine neuen Flügel liegen ganz entspannt auf seinem Rücken, so dass Mesut nun Gelegenheit hat, sich die Dinger näher anzuschauen. Diese kleinen, weißen Flügelchen, die Kerim gestern noch vor dem Absturz gerettet haben. Die flauschigen Federn liegen nebeneinander, als wenn jemand sie gekämmt hat.   
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Mesut streicht mit seinen Händen vorsichtig darüber und stellt fest, dass sie an die Flügelknochen gewachsen sind. Seine Berührungen kitzeln, so dass die Flügel ganz leicht zucken. Doch Kerim wird davon nicht wach. Mesut grinst. Er findet das sehr komisch und kribbelt Kerim an den Federspitzen. Natürlich kitzelt das noch sehr viel mehr und die Flügel zucken immer heftiger, dass Mesut leise vor sich hin kichert. Kerim wird wach, von dem Gekitzel und Gelache und fängt an mit zu lachen. Er dreht sich zu Mesut um und hält seine Hände fest,
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damit Mesut ihn nicht mehr kitzeln kann. Lachend erzählt Mesut; „Hey, Kerim. Ich hab gerade mal deine Flügel untersucht, da fingen sie an zu zucken.“ Kerim versucht lachend über seine Schulter zu blicken, aber er sieht natürlich nicht sehr viel. Ihm fällt was ein. „Ist dir aufgefallen, dass du auch welche hast? Lass mich deine mal ansehen. Komm, dreh dich um.“ Messt dreht sich wirklich um, zeigt Kerim seine Flügel und schaut sich selber erstaunt über die Schulter. „Hey, du hast recht!“ stellt Mesut fest, jedoch kann er nicht aufhören dabei zu lachen, weil er weiß, dass Kerim ihn gleich kitzeln wird. Er flattert mit den Flügeln, um Kerim´s Händen auszuweichen. Er zappelt und kichert, so dass Kerim keine Chance hat, sie auch nur ein einziges Mal zu erwischen. „ Mann, lass das! Ich will auch mal!“ beschwert Kerim sich. „Ich kann nichts dafür. Das kitzelt so furchtbar.“ ruft Mesut lachend. Jetzt packt Kerim ihn von hinten und springt auf ihn drauf, sodass Mesut seine Flügel gar nicht mehr bewegen kann. Jetzt kullern beide lachend herum und Kerim ruft; „Woher willst du wissen, dass es kitzelt? Ich hab sie nicht einmal berührt!“ Kerim klammert ihn fest und Mesut versucht sich zu befreien. „Weißt du,“ Mesut will ihn ablenken. „dass du mir schon einen Schritt voraus bist?“ Kerim hört auf zu kämpfen und setzt sich auf. „Wie meinst du das?“ will er wissen. Mesut setzt sich auch und sagt; „Na, dass du deine Flügel gestern schon ausprobiert hast. Und da bin ich auch echt froh drüber, sonst wärst du jetzt nicht mehr bei mir.“ Kerim wird wieder ernst und denkt an gestern Abend und die Angst die er hatte. Dabei wird er ganz blass. „Ich hatte voll die Panik, dass ich es nicht schaffen würde. Kannst du mir glauben.“ „Ich hatte genau soviel Angst, denn dann wäre ich jetzt ganz allein.“ Mesut steht auf und breitet seine Flügel und Arme aus. „Boa, sieh mal. Die sind genauso lang, wie meine Arme.“ Er schlägt mit den Flügeln auf und ab und versucht dabei, sich über die Schulter zu gucken. „ Ist es schwer? Das Fliegen, meine ich. Weißt du noch? Gestern haben wir Flugzeug gespielt und heute haben wir selber Flügel.“ „Ich weiß nicht.“ meint Kerim bedrückt.
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„Das von gestern hat mir eigentlich gereicht.“ Kerim findet seine Flügel nicht so toll. Er hat immer noch Angst davor. Mesut lässt sich trotzdem nicht aufhalten und fängt an wie wild mit seinen Flügeln zu flattern. Er schafft es sogar, einen Meter abzuheben. Fällt aber gleich wieder hinunter. „Mann, ist das schwierig! Das schaffen wir ja nie!“ Kerim muss lachen. „Klar ist das schwierig. Du flatterst ja wie bescheuert mit den Flügeln.“ Kerim reizt es jetzt auch, herauszufinden ob er es wie gestern noch kann und steht auf. Mesut ist beleidigt, weil Kerim ihn ausgelacht hat und meint sauer; „Ja komm, dann zeig mal, ob du ´s besser kannst. Das von gestern war auch nicht gerade eine Meisterleistung.“ Mesut setzt sich vor Kerim in den Schneidersitz und verschränkt seine Arme bockig vor die Brust. Kerim konzentriert sich, atmet tief ein, macht einen Sprung und breitet erst jetzt seine Flügel aus. Er versucht mit langen, kräftigen Schlägen sein Gleichgewicht zu halten. Es klappt! Mesut hört sein angestrengtes Atmen und sieht, wie Kerim kräftig ausschlägt und tatsächlich höher kommt. Kerim versucht seine Beine nach hinten zu heben, um sich waagerecht zu halten, wie ein Vogel. Jetzt bewegt er sich nach vorn. Er weiß nicht genau wie er ´s macht, aber es klappt und Mesut sieht doch sehr beeindruckt aus. Er merkt sich alles ganz genau, was Kerim macht. Kerim zieht sein Beine wieder runter und springt vor Mesut auf die Füße. Er ist ganz aus der Puste und meint zu Mesut stolz; „Es ist eigentlich ganz einfach, aber sehr anstrengend.“ Er ist froh, dass er ´s noch mal versucht hat, denn jetzt ist seine Angst nicht mehr so groß. „Na, jetzt versuch du ´s noch mal.“ fordert er Mesut auf und setzt sich in den Schneidersitz,  wie Mesut. „Na, dass schaff ´ich doch auch!“ meint Mesut angeberisch und springt auf. Er macht einen Sprung und schlägt so heftig mit seinen Flügeln, dass er direkt mehrere Meter hoch saust. „Uuuaaahhh! Hilfe !!! Kerim, hilf mir!!!“ HILF MIR!!! HILF MIR!!!
brüllt er von oben herunter. Er ist ganz schockiert, weil er nicht damit gerechnet hat, dass er soviel Kraft hat. Kerim springt auf und brüllt zurück:
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„Schlag nicht so heftig, dann geht's!“ DANN geht's!!! DANN geht's!!! Kerim springt wieder hoch und versucht Mesut´s Höhe zu erreichen, was ihm sehr schwer fällt. Er ist eben nicht so kräftig, wie Mesut. Aber er schafft ´s. Mesut kann da oben sein Gleichgewicht kaum halten und brüllt immer noch herum. Kerim will Mesut an den Händen festhalten, aber Mesut schaukelt so sehr, dass Kerim seine Hände nicht zu fassen kriegt. „Du musst dich auf deine Flügel konzentrieren! Das hast du gestern zu mir gesagt, weißt du noch? Bewege sie gleichmäßiger, dann geht's.“ Kerim ist völlig ruhig. Er weiß ja, dass nicht viel passieren kann, wenn Mesut abstürzt. Nicht so, wie bei ihm, gestern. Jetzt erwischt er Mesut´s Hände und redet auf ihn ein. „Guck mich an und mach es so wie ich! Nicht so schnell und nicht so heftig!“ Mesut hat Schweiß auf der Stirn und ist ganz außer Atem. „Ich glaub, jetzt hab ich ´s! Wow ! Das ist echt anstrengend, Mann!“ Mesut´s Stimme ist ganz leise. Er muss sich voll konzentrieren. „Ich glaube, du kannst loslassen!“ Kerim schaut ihn skeptisch an und lässt langsam seine Hände los. Er hat sich so auf Mesut konzentriert, dass er gar nicht gemerkt hat, wie ihm auch die Puste ausgeht. Mit einem, „Uuuaaahhh...!“ fallen beide gleichzeitig hinunter und landen weich auf der Wolke. „Ich glaube, wir können beide ´ne Pause gebrauchen, was meinst du?“ fragt Mesut Kerim und beide legen sich nebeneinander, die Hände hinter den Kopf verschränkt und beobachten eine Weile, wie die Wolken über ihnen hinweg ziehen. „Was meinst du, treffen wir irgendwann mal andere,  wie uns?“ fragt Kerim nachdenklich. Der Gedanke ist Mesut auch schon öfter gekommen, deshalb antwortet er Kerim; „Kommt drauf an, ob wir hier jemals wegkommen!“ Er springt auf, rennt los und schlägt mit den Flügeln. Er schafft es, von der Wolke abzuheben und seine Beine nach hinten zu ziehen, wie Kerim vorher. Er lacht dabei und brüllt; „Ich kann ´s! Ich kann ´s! Ich kann ´s, ich kann ´s!!!
„Sieh nur Kerim, es geht!“ Kerim freut sich natürlich mit ihm, aber es geht ihm wieder viel zu schnell, denn er hat sich noch kein bisschen ausgeruht.
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Deshalb bleibt er auch liegen und sieht nur zu, was Mesut macht. „Na geht doch!“ meint er nur. Mesut macht natürlich direkt einige rasante Flugübungen, obwohl er noch rumwackelt, wie ´ne besoffene Fliege, aber dass hindert ihn nicht, zu experimentieren. Kerim kann sich kaum halten vor Lachen, deshalb muss er sich hinsetzen. Er sieht, wie Mesut ganz übermütig über seinen Kopf hinweg saust und Kerim sich ducken muss. Er schreit lachend; „Hey, pass auf! Sonst stürzt du ab.“ Kaum hat er das ausgesprochen, dreht Kerim sich um und sieht Mesut mit dem Kopf in der Wolke stecken. Mesut bohrt sich wieder heraus und startet gleich von neuem. „Kein Problem!“ ruft er. „Nichts passiert! Mann, ich fühle mich wie Peter Pan!“ Das ist für Kerim Grund genug, es auch noch mal auszuprobieren. Er startet so, wie er ´s schon kann und es klappt auch. Beide fliegen jetzt umher und probieren ein paar Drehungen aus. Mit jedem Augenblick werden sie etwas sicherer, obwohl es noch ziemlich holprig aussieht. „Hey, Kerim!“ ruft Mesut übermütig. „Was meinst du, traust du dich schon über den Wolkenrand?“ Doch Kerim verzieht bei der Vorstellung das Gesicht, als hätte er gerade auf eine Zitrone gebissen und meint, „Nee, du! Ohne mich! Ich glaub, ich brauch ´ne Pause.“ Er fliegt Richtung Wolkenrand. Bis jetzt hat noch keiner von beiden versucht zu landen. Kerim streckt seine Beine nach vorn, so wie er es bei Vögeln schon gesehen hat und versucht sich langsam runter gleiten zu lassen. Es sieht auch ganz gelungen aus, bis seine Füße die Wolke berühren und er über einen Hügel stolpert. „Aaahh !!!“ PATSCH!!! Er klatscht bäuchlings auf einen Hügel und sein Gesicht steckt in der Wolke fest. Er zieht seinen Kopf wieder heraus und bleibt, alle Viere von sich gestreckt liegen. Mesut hat sich das natürlich gut angeguckt und lacht sich schief. „Ha-ha-ha! Sowie bei mir vorhin. Mal sehen, ob es bei mir jetzt besser klappt!“ Er versucht, so wie Kerim aufzusetzen, ist aber viel zu schnell und landet, mit mehreren Purzelbäumen hinter Kerim. „Wow!“ meint Mesut nur und schüttelt seinen Kopf. Ihm ist ganz schwindelig, vom purzeln.
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„Ha-ha-ha-ha ! Ich glaub, dass müssen wir beide noch mal üben!“ „Ja, ja!“ meint Mesut etwas beleidigt, weil es schon wieder nicht geklappt hat. Doch er hat es bald geschluckt und krabbelt schnell zum Wolkenrand, um als erster hinunter zu sehen. Kerim steht auf, hüpft lachend hinter Mesut her und legt sich neben ihn.


 

23.4.09 11:56
 


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