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Kapitel 24 -Gefahren

Kapitel 24

Gefahren !

Der Wind hat heute Nacht ständig seine Richtung gewechselt und somit ist das Glashaus wieder und wieder in die Strahlung des Satelliten geraten. Rene´ und Miguel liegen nach wie vor bei den zwei Engelsschülern und überwachen ihre Träume. „Gleich beginnt der erste Unterrichtstag für Mesut und Kerim.“ überlegt Miguel laut. „Es ist tatsächlich das Wichtigste, was sie hier zu lernen haben. Vor allem, damit Mesut nicht mehr ausbüchsen wird.“ antwortet Rene´ und während sie sich unterhalten, fangen sich immer wieder Blitze über ihre Köpfe. Doch die beiden Kleinengel schlafen friedlich und träumen von Kaiko und seine verrückte Sprüche. Die Sterne strahlen langsam blasser, denn es beginnt zu dämmern. Gleich, wenn Helmut eingetroffen ist, werden sie sich auf den Weg machen. „Ich freu mich schon auf ihn. Er war so lange nicht mehr bei uns.“ flüstert Rene´. „Es wird ein aufregender Tag für Mesut und Kerim, dass kann ich dir sagen.“ Miguel lacht bei der Vorstellung. „Oh, ja! Selbst für uns ist es immer wieder aufregend.“ gibt Rene´ lachend zurück. „Welche Reise?“ fragt Mesut neugierig. Das Gequatsche der Beiden hat ihn geweckt. „Wo wollen wir hin? Wieder zur Erde? Besuchen wir wieder Fil?“ Mesut ist ganz aufgeregt, springt aus dem Bett und rennt zum Fenster, wo die Wellen schon hellblau leuchten. Völlig verdutzt schaut er darauf, denn er hat niemals zuvor ein Meer gesehen. Es ist schon fast hell, an diesem 4. Morgen. Kerim ist natürlich auch wach geworden und ruft; „Darf ich denn diesmal mit? Ich möchte auch mit zur Erde fliegen.“ Und läuft hinüber zu Mesut. Rene´ und Miguel müssen lachen. „Boah, sieh mal, Kerim. Hast du schon mal so etwas gesehen? Was ist das, Miguel?“ Rene´  und Miguel kommen zum Fenster rüber. „Das ist das Meer, Mesut.“ Er bückt sich zu ihm. „Unser Meer. Siehst du da unten?“

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meint er und zeigt mit dem Finger zum Strand. „Sieh, da ist unser Schiff vor Anker und Kaiko und Isabelle sind auch dort draußen.“ „Wahnsinn!“ ruft Mesut. „Wie kommt das hier her? Gehört das jetzt alles uns? Wie hast du das gemacht?“ will er aufgeregt wissen. Miguel stellt sich zwischen Mesut und Kerim und nimmt sie an die Hand. „Nur mit unserer Phantasie. Rene´ und ich haben dies alles für euch erschaffen. Damit es euch hier gefällt.“ „Das ist ja Wahnsinn.“ ruft Mesut erneut. „Ich hab´ dir doch heute Nacht schon erzählt, wie toll es hier ist.“ erinnert Kerim ihn voller Überzeugung. „Dürfen wir uns im Haus etwas umsehen?“ will er wissen und schaut hoch zu Miguel. Mesut schaut ihn genauso erwartungsvoll an, so dass Miguel wieder lachen muss. „Na, haut schon ab.“ meint er und die Beiden rennen sofort grölend zur Treppe. „Na, los! Zuerst nach oben!“ brüllt Mesut und sein Geschrei schallt durchs ganze Haus. Er läuft als Erster die Stufen hinauf und kommt zu dem Ast wo Bill und Angelina, das Eichhörnchenpärchen, gerade frühstücken. „Da hör´ ich doch unsere neuen Mitbewohner, Angelina.“ ruft Bill seiner Frau Nüsse knackend zu. Obwohl man es weniger rufen nennen kann. Es ist mehr ein Piepsen. „Guten morgen, ihr Zwei. Tut mir Leid, Kerim, dass ich dich Gestern nicht begrüßen konnte. Doch während der Fütterungszeit hält unser Nachwuchs uns ganz schön auf Trab.“ Die beiden Engelsschüler stehen genau unter ihnen und kichern vor Vergnügen. Natürlich sind ihnen noch niemals sprechende Eichhörnchen begegnet. Angelina sitzt neben ihrem Mann und hält eine angeknabberte Nuss zwischen ihren kleinen Krallen fest. „Guten Morgen, Angelina. Guten Morgen, Bill.“ Kichert Kerim verschmitzt. „Ihr habt Babys?“ will Mesut neugierig wissen. „Wo sind denn die?“ Er schaut sicht suchend im Baum um. Angelina zeigt mit ihrer winzigen Pfote nach oben, auf den nächsten Ast. „Dort oben.“ piepst sie stolz. „Sie sind in ihrem Nest. Kommt mit, ich zeig sie euch.“ fordert sie die Beiden auf, ihre Babys zu begutachten und flitzt auch schon den Baumstamm hinauf. Mesut und Kerim laufen die Treppe weiter hinauf und kommen zu dem kleinen Nest,
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direkt neben den Stufen. Drei kleine, flauschige Fellknäuel liegen ineinander gekuschelt und schlafen tief. Bill ist ihnen natürlich gefolgt. „Boah, sind die winzig.“ quietscht Kerim erstaunt. Mesut will sie mit den Fingerspitzen berühren, doch sofort ruft Bill; „Bitte, nicht berühren! Sie sind noch viel zu klein.“ Erschrocken zieht Mesut seine Hand wieder zurück. Und tatsächlich sieht er nun, dass die Babys noch kleiner sind, als seine Hände. „Wenn sie wach sind, dürft ihr gern mit ihnen spielen.“ entgegnet Angelina großzügig. Kerim kichert immer wieder, weil die Babys im Schlaf  piepsen und schnurren. „O.K.“ antwortet Mesut und steht auf. „Dann kommen wir wieder, wenn sie wach sind. Komm, Kerim.“ Kerim trennt sich nur widerwillig von den knuddeligen Vierbeinern und meint beleidigt; „Ich komm ja schon. Tschüss, ihr Beiden, bis später.“ Er rennt Mesut hinterher und meckert; „Wieso hast du´s immer so eilig?“ Er bekommt jedoch keine Antwort. In der zweiten Etage angekommen, folgt er Mesut in einen Raum, der rundherum aus dunklem Glas besteht. Das heißt, hier ist es wesentlich dunkeler, als im übrigem Haus. In der Mitte des Zimmers steht ein kleines Ding, was vielleicht ein Tisch oder so sein könnte, aber es hat keine Platte. Merkwürdig. Rundherum liegen Sitzkissen angeordnet. Mesut ist vor diesem Ding stehen geblieben und schaut sich das genauer an. „Was meinst du, Kerim? Ob dies das Wohnzimmer ist?“ Er greift mit einer Hand in dieses Ding, zuckt aber sofort wieder zurück. „Autsch!“ ruft er erschrocken und sieht sich seine Hand an, kann aber nichts feststellen. Mit gerunzelter Stirn sieht er nachdenklich zu Kerim. „Das war fast so, wie bei Anna´s Wohnzimmerfenster. Nur umgekehrt.“ flüstert er. Kerim sieht ihn fragend an, denn er weiß nicht wovon Mesut redet. „Welche Anna?“ will er wissen und mit dieser Frage fängt das Ding von Innen heraus zu leuchten an und verbreitet sich oberhalb des Dings. Wie durch ein Nebel wird das Leuchten klarer und fügt sich langsam zu einem Bild zusammen. „Wow! Sieh mal, Kerim! Da sind Miguel und ich, auf der Fensterbank von Anna´s Wohnzimmer.“ 
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Völlig verblüfft geht Mesut 2 Schritte zurück und fällt auf einer der Sitzkissen. Kerim bleibt wie angewurzelt und mit offenem Mund stehen. Er schaut hinauf auf das Bild, das sich ihnen zeigt, wobei es seine Größe weit übersteigt. „Da!“ ruft Mesut und zeigt auf das Bild. „Da sitzt David vor dem Fernseher und Fil sieht uns gerade und hüpft durch die Fensterscheibe und fällt Miguel um den Hals.“ „Oh, Miguel.“ hört man Fil rufen. „Genauso war´s gestern. Dass wollt ich dir erzählen.“ Kerim schaut Mesut ungläubig an. „Hast du gesehen, wie sie da durch gehüpft ist, als wäre gar nichts da?“ erzählt er aufgeregt. Kerim sieht es schon, doch traut er seinen Augen nicht wirklich. „Vielleicht war da keine Scheibe.“ behauptet Kerim und Mesut zieht beleidigt die Augenbrauen zusammen. Er zeigt wieder zum Bild. „Doch, guck doch. Da, siehst du? Ich versuche auch meinen Finger da durch zu bohren. Es wurde ganz heiß.“ erzählte er eifrig. Sie hören Miguel und Fil lachen und wie sie sagt; „Das liegt an den Molekülen. Du wirst dich dran gewöhnen.“ „Wow!“ Mesut staunt. Ihm ist gerade was klar geworden. Weißt du was? Ich glaube, mit dem Ding kann man alles sehen, was einmal passiert ist.“ meint er voll Überzeugung. „Cool!“ Kerim schaut ihn schon wieder skeptisch an. Ihm ist das zu hoch. Beide sehen, wie Miguel gerade durch Fil´s Haare wuschelt. Mesut überlegt wieder und fragt sich laut; „Ob man damit auch das Morgen sehen kann?“ „Oh, hier seid ihr beide.“ Mesut und Kerim schauen überrascht zur Tür, wo Miguel plötzlich aufgetaucht ist. „Ihr habt also schon herausgefunden, wie unser Visitor funktioniert. Das ist ja Klasse. Ihr seid wirklich schlau.“ Mesut und Kerim schauen zu, wie dad Bild sich vernebelt und der Lichtstrahl langsam verlöscht. „Oh!“ ruft Mesut traurig. „Wir wollten gerade gucken, ob das Ding auch Morgen zeigen kann.“ Miguel muss lachen. „Wollt ihr nicht erst mal wissen, was heute passiert?“ Kerim läuft aufgeregt zu Miguel und springt ihm auf den Arm. „Fliegen wir jetzt zu Fil? Ich hab´ sie gerade im Fernseher gesehen.“ fragt er Miguel. „Vielleicht haben wir später noch Zeit dazu, doch erst machen wir was ganz anderes Tolles.“
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antwortet Miguel und wuschelt ihm durchs Haar. „Was werden wir denn machen?“ will Mesut neugierig wissen und geht zu Miguel. „Erst mal möchte ich euch einen guten Freund vorstellen,
der uns gleich besuchen wird und dann werden wir gemeinsam eine Reise machen. „Wohin denn?“ kann Mesut das Fragen nicht lassen und läuft zum Fenster, um aufs Meer zu schauen. „Das soll eine Überraschung werden.“ antwortet Miguel geheimnisvoll. „Kommt, wir gehen zum Strand runter. Dort werden wir Helmut treffen.“ fordert er die Beiden auf. Kerim springt von seinem Arm und hüpft aufgeregt zur Treppe. „Oh, ja! Wir gehen zum Strand.“ ruft er. Mesut kommt ihnen langsam nach. „Ist er auch Engel, so wie wir?“ fragt er Miguel, der sich zu ihm umdreht und Mesut überraschend hoch nimmt und über seine Schulter legt. „OH, ja. Das ist er, in der Tat. Sogar ein ganz berühmter Engel, so wie ich es auch einmal sein möchte.“ „Was macht ihn denn so berühmt?“ fragt Mesut wieder, der mit dem Kopf nach unten baumelt und Miguel mit ihm die Wendeltreppe hinunter läuft. „Er beschützt die Menschen in ihrem Auto, wenn sie Schwierigkeiten haben.“ „Du meinst, wenn sie einen Unfall bauen? Wow, was macht er denn dann? Hält er das Auto einfach fest, dass es nicht kaputt geht?“ Miguel muss wieder lachen. „Du stellst so viele Fragen.“ Kerim hüpft einige Stufen vor ihnen hinunter, jedoch als er auf der Letzten ist, bleibt er wie angewurzelt stehen und schaut mit großen Augen zu Miguel hoch. Der lässt Mesut nun von seiner Schulter und stellt ihn ebenfalls auf die letzte Stufe. „Wow!“ kann Mesut nur sagen. „Das sieht ja gewaltig aus. Ist das der See, in dem wir gestern gebadet haben? Können wir da rein fallen?“ Er meint die Lagune, die nun, im Tageslicht in vielen Blautönen leuchtet. Selbst jetzt, da die Sonne noch nicht mal den Wolkenrand erreicht hat, strahlt sie schon im schönsten Türkis, was die Zwei jemals gesehen haben. Sie haben das Gefühl, wenn sie nun die Stufe verlassen, fallen sie direkt hinein, in diesen tiefen See. Der Glasboden dazwischen schimmert leicht im Licht. „Hast du wieder Angst, Kerim?“ will Miguel wissen.
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Kerim schaut ihn mit großen Augen an und nickt. „Komm her, mein Kleiner.“ meint er, greift ihn unter die Arme und schwingt ihn hoch, so dass Kerim auf seine Schultern sitzen kann. „Wie sieht’s mit dir aus, großer Häuptling? Traust du dich, bis zur Tür zu gehen?“ will er von Mesut wissen. „Kannst aber auch fliegen, wenn du willst.“ Stolz darauf, dass Miguel ihn großer Häuptling nennt, drückt Mesut seinen Rücken durch, um sich größer zu machen und grinst Miguel an. „Na klar, trau ich mich. Was denkst du?“ Er springt mutig auf den Glasboden und hüpft darauf herum. „Wow! Das ist ja ein komisches Gefühl. Toll!“ kichert er dabei. Miguel betritt nun auch den Boden und dabei öffnen sich die zwei Flügel der Glastüre. Doch dass bemerken die beiden nicht, denn sie starren noch immer zur Lagune hinunter. „Gestern Abend war es noch nicht so tief, meine ich.“ flüstert Kerim Miguel ängstlich ins Ohr. „Bist du sicher?“ flüstert Miguel zurück. „Meinst du, es ist über Nacht noch tiefer geworden?“ Kerim verzieht komisch sein Gesicht, während er nachdenkt. „Geht das denn?“ will er leise wissen. „Ich glaube nicht.“ flüstert Miguel wieder und verlässt durch den Eingang das Haus. Mesut hüpft ihnen hinterher. „Du bist wirklich ein Angsthase.“ zieht Mesut ihn lachend auf. Sie gehen nun den Abhang hinunter, den Kerim von gestern schon kennt. Rechts und links von ihnen ist eine hügelige, mit Blumen übersäte Wiese, soweit das Auge reicht, mit verstreut stehenden Bäumen, die bis in den Himmel hinein gewachsen sind. „Man, ist das Alles groß hier. Ich kann ja gar nicht glauben, dass wir hier im Himmel sind.“ staunt Mesut, während er neben Miguel herum hüpft. Sie gehen den Weg hinunter zum Strand, sehen vor sich das Meer und hören dabei die Wellen deutlich rauschen. Kerim erzählt Mesut aufgeregt von den fleißigen Ameisen, die sie gestern gesehen haben. „Weißt du, dass wir noch nie ein Meer gesehen haben, Miguel?“ plappert Mesut fröhlich vor sich hin. „Weißt du dass bestimmt?“ will Miguel von ihm wissen. „Doch, ich glaube schon. Sonst könnten wir uns doch erinnern, oder meinst du nicht?“ antwortet Mesut, ohne jeden Zweifel.
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„Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir schon mal am Meer waren.“ bestätigt Kerim ihn. „Das wüssten wir ganz bestimmt.“ Kerim hebt seinen Arm. „Seht mal, da unten ist Rene´ am Strand.“ Mesut erhebt sich mit seinen Flügeln einen Meter vom Boden, um mehr sehen zu können und stellt dann fest; „Ich flieg´ mal zu ihnen rüber.“ Um seine Neugier zu stillen und  macht sich etwas ungelenk davon. „Das ist o.k., Häuptling.“ ruft Miguel ihm nach und zu Kerim gewand sagt er; „Dein Bruder ist ein sehr ungeduldiger Bursche, muss ich feststellen.“„Oh ja. Das kann man wohl sagen.“ bestätigt Kerim wohl wissend. Mesut fliegt auf wackeligen Flügeln hinunter zum Strand. Er ist neugierig auf den Gast und die Überraschung, die Miguel ihnen versprochen hat. Vielleicht kann er schon mal was raus kriegen. Helmut spaziert mit Rene´, Arm in Arm an der Brandung entlang und sie unterhalten sich. Natürlich wissen sie längst, das Mesut ihnen nach spioniert, lassen sich jedoch nichts anmerken und reden über belangloses Zeug. Helmut ist ein imposanter Engel. Genauso wie Josh, der ihn jedoch nicht begleitet hat. Josh hat die Auszeit genutzt, um seine Engelsverwandten zu besuchen. Beide sind groß und schlank gewachsen. Wobei Josh´s schwarzes Haar wie beim Militär kurz geschoren ist, während Helmut´s Haar mittelblond und gelockt über seine Stirn fällt. Sein braungebranntes Gesicht lässt seine blauen Augen noch strahlender wirken, wie die von Mesut. Er sieht sehnsüchtig übers Meer, dass er so gut kennt, wie seine Westentasche, wenn er eine hätte. Plötzlich rennen sie, wie abgesprochen los, um Mesut abzuschütteln. Was ihnen auch gelingt, denn Mesut ist so verblüfft, dass er vergisst, weiter mit seinen Flügeln zu schlagen und fällt mit einem „Aaahhh…!“ wie ein Stein in den Sand. Die Beiden drehen sich um und können sich das Lachen nicht verkneifen, weil Mesut so verdutzt guckt. Rene´ läuft lachend zu ihm zurück und zieht ihn wieder auf die Füße. „Du wolltest uns doch nicht etwa erschrecken, oder?“ meint sie und kitzelt ihn in den Seiten, so dass er kichernd wieder in den Sand fällt.
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Immer noch kitzelnd bückt sie sich über ihn und ruft lachend; „Du hast auch nur Unsinn im Kopf, du verrückter Taugenichts, du. Wolltest uns erschrecken? Reingefallen!  Diesmal haben wir dich erschreckt.“ Während Rene´ mit Mesut im Sand herum tollt, schlendert Miguel mit Kerim auf den Schultern zu Helmut. „Na, wenn das kein Weltwunder ist, dass du mal Zeit für uns hast. Endlich sehen wir dich mal wieder. Wie lange ist dass schon her?“ ruft Miguel erfreut und lässt Kerim von seinen Schultern herunter. Freudig lachend fallen die Beiden sich brüderlich in die Arme. „Du weißt doch.“ antwortet Helmut lachend. „Wir haben immer viel zu tun.“ „Ja, dass kann man wohl sagen, ihr Superhelden. Ich freu mich so, dich zu sehen.“ entgegnet Miguel und klopft ihnen auf die Schulter. „Wie geht’s denn Josh?“ will er wissen. „Ihm geht’s ganz gut, wenn man bedenkt, wie unausstehlich ich in den letzten Tagen war.“ antwortet Helmut mit einem zwiespältigem Lächeln. „Na, dass wird sich gleich ändern.“ meint Miguel gutgelaunt. Immer noch Arm in Arm drehen sie sich zu den anderen um. „Mesut! Kerim! Das ist unser guter Freund, Helmut. Er ist extra her gekommen, um euch endlich kennen zu lernen.“ Rene´ zieht Mesut aus dem Sand und nimmt ihn und Kerim an die Hand. Beide begrüßen Helmut mit einem „Hallo“, wobei Mesut das Wort „Superhelden“ vorher natürlich nicht überhört hat und hakt auch gleich nach. „Wie bist du denn ein Superheld geworden?“ will er neugierig wissen. Miguel antwortet für Helmut. „Na, zum Beispiel, wenn man tausende von Unfällen verhindert, dann wird man ein Superheld.“ Und klopft Helmut bewundernd auf die Schulter. „Nun übertreib mal nicht, Miguel.“ widerspricht Helmut lächelnd, aber stolz und bückt sich hinunter zu den beiden Kleinengeln. „Hallo, Mesut. Hallo, Kerim. Ich habe auch schon viel von euch gehört.“ Spricht er die Beiden lächelnd an und wuschelt ihnen durchs Haar. „Mir ist auch schon zu Ohren gekommen, dass ihr Zwei unbedingt Superhelden werden wollt, stimmt das? Ganz besonders du, Mesut. Nicht wahr?“ Mesut sieht in Helmuts strahlend blaue Augen und
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er bekommt wieder dieses komische Gefühl im Kopf, so als wenn ihm Stimmen zu flüstern. Er lacht übermütig und meint diplomatisch; „Dann kannst du mir bestimmt viel erzählen, wie dass funktioniert, nicht wahr?“ Die Großengel lachen und Miguel nimmt Kerim wieder auf die Schultern. „Kerim hat noch etwas Flugangst, deshalb wird es mit dem „Superheld werden“ bei ihm noch etwas warten müssen.“ erzählt Miguel und alle schlendern nun gemütlich den Strand entlang. „Ja, aber nur noch ein kleines Bisschen.“ antwortet Kerim schüchtern. „Aber Mesut hat Angst vor der Dunkelheit.“ will er nicht vergessen zu erwähnen. „Oh, ja.“ erinnert Rene´ sich und lacht dabei. „Als Kleinengel hatten wir, glaube ich, alle unsere ganz bestimmten Ängste. Ich hatte zum Beispiel immer Angst vor tiefem Wasser, während Miguel sehr lange Flugangst hatte, so wie du, Kerim.“ während sie spricht, bleibt sie vor Kerim stehen und tippt ihm mit dem ausgestreckten Finger auf die kleine Brust. Kerim sieht überrascht zu Miguel herunter. „Du hattest Flugangst?“ „Oh, ja.“ antwortet Miguel. „So wahr ich hier stehe. Und ich war nicht so klein, wie ihr es seid, Mesut und Kerim. Denn Kleinengel heißt nicht, dass man klein sein muss, um Angst zu haben. Ich war schon so groß, wie ich es jetzt bin und trotzdem hatte ich Angst vor dem Fliegen.“ „Und ich hatte immer Angst im Dunkeln, so wie du, Mesut.“ schließt Helmut sich den Bekenntnissen an. Er sieht zu Mesut herüber, der die ganze Zeit an Rene´s Seite herumgehüpft ist und nun zu ihm hüpft. „Ist das wahr? Dann ist es gar nicht schlimm, wenn man Angst hat?“ will er von Helmut wissen und nimmt nun seine Hand. „Oh, ganz und gar nicht. Es zeigt einem nur, dass man gewisse Dinge noch nicht richtig beherrscht und deshalb vorsichtig sein muss. Dass ist alles.“ antwortet Helmut ihm. „Also wisst ihr nun, dass es gar nicht schlimm ist, Angst zu haben.“ bestätigt Miguel, bleibt stehen und sieht in den Himmel hinauf.

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27.4.09 09:33
 


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