In der Welt der Engel
In der Welt der Engel



In der Welt der Engel

  Startseite
    meine Videos
    Gedichte
    Kurzgeschichten
    Welt der Engel
  Über...
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Unsere HP




  Letztes Feedback



Webnews



http://myblog.de/meleyim2

Gratis bloggen bei
myblog.de





Kapitel 23 -Füge Menschen keinen Schaden zu

Kapitel 23

Engelsgesetz Nr.1
- Füge Menschen keinen Schaden zu! -

Zufrieden mit sich und ihrer Arbeit machen Helmut und Josh sich auf den Weg in die Stadt. Es wird langsam hell und die Menschen beginnen wieder aktiv zu werden. „Sam hat mir noch mal klar gemacht, dass wir nicht immer das Schlimmste verhindern können.“ Greift Helmut das Thema wieder auf. „Dass manchmal zu viele negative Faktoren zusammen kommen und wir den Lauf nicht mehr wesentlich verändern können. Dass selbst uns manchmal die Hände gebunden sind.“ Beide schweigen eine Weile. „Doch gerade bei Kindern werde ich es niemals wirklich akzeptieren können.“ Sagt er mit Nachdruck. „Du weißt aber, wenn der Vater von Mesut und Kerim nicht feige aus dem Haus gelaufen wäre, hätten sie alle Kinder retten können.“ Lenkt Josh ein. „Hätte, wäre, würde! Genau für solche Fälle haben wir doch da zu sein!“ ruft Helmut verärgert. „Es ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte und ich habe Sam schon so oft gesagt, dass es ein Fehler ist, Engelsschüler als Babysitter zu nehmen. Du siehst doch, wenn es wirklich drauf an kommt, fehlt ihnen die Erfahrung um richtig handeln zu können. Annika war völlig überfordert.“ „Sie wusste nicht, was sie tun sollte, als Mesut nach oben schlich und sich unter seine Bettdecke versteckte.“ Nimmt Josh Annika in Schutz. „Warum hatte sie ihm nicht ein Bein gestellt, dass er die Treppe herunter fällt?“ Helmut wird immer ärgerlicher, aber hauptsächlich darum, weil er nicht zur Stelle war, an dem besagten Morgen. „Du weißt ganz genau, dass wir Menschen nicht wissentlich Schaden zu fügen dürfen.“ Erinnert Josh ihn. „Und wenn es sie vor Schlimmerem bewart? Ich verstehe dieses Gesetz nicht. Ich habe es  nie verstanden.“ „Aber warum ist deine Nichte nicht zuerst nach oben gelaufen, um Kerim da heraus zu holen?“ fragt sich Josh. „Dass kann ich dir ganz genau sagen.
-120-
Sie stand vor dem brennenden Wohnzimmer, mit dem Wissen, dass sie Mesut dort verlassen hatte. Sie musste sich entscheiden. Die zwei kleinen Babys waren direkt neben ihr, im Elternschlafzimmer, griffbereit. Und was sie dachte, kann ich dir auch sagen. „Mesut ist im Wohnzimmer und die Flammen gehen bis zur Decke. Die Babys schlafen nebenan und Kerim ist oben. Ich müsste zuerst nach oben, aber was ist wenn Kerim überlebt und Mesut nicht? Was passiert mit den Babys, wenn ich´s nicht mehr runter schaffe? Was ist mit den Zwillingen? Seinem 2. Lieblingssohn? Hasan bringt uns um. Ich brauche eine Minute zum Nachdenken. In der Zeit bring´ ich die Zwillinge runter und komme sofort wieder hoch.“ „Verdammt! Warum ist Mesut nicht nach unten, zu seiner Mama gelaufen?“ ruft Helmut verärgert. „Dass kann ich dir sagen. Weil er Schiss vor seinem Vater hatte, genau so, wie deine Nichte.“ meint Josh. „Helmut! Joshua!“ hören sie Sam Stimme von oben. „Kommt bitte beide zu mir. Ich muss mit euch reden.“ Helmut und Josh sehen sich kurz an und blicken dann beide nach oben, ob sie freien Flug haben. Sie machen einen Satz, wie Vorgestern Miguel mit Mesut und Kerim und sind in Nullkomma Nichts da. Sam und Selina sitzen auf ihrem Wolkenhügel, doch diesmal sind sie allein. „Setzt euch bitte zu uns.“ Fordert Sam sie auf, damit Helmut sich erst einmal beruhigen kann. „Wir haben doch Vorgestern schon ausgiebig darüber diskutiert und du willst es anscheinend nicht begreifen.“ spricht Sam mit ruhiger Stimme, doch etwas verärgert zu Helmut. „Ich habe dir schon gesagt, dass ich nicht anders handeln konnte, um Schlimmeres zu verhindern. Du weißt, wir können nur das Beste aus der Situation machen, wie sie uns vorgegeben wird. Und du weißt auch, dass deine Nichte es nicht geschafft hätte, wäre sie zuerst nach oben gelaufen. Sie wären alle verloren gewesen, bis auf den Vater. Ich musste Mesut und Kerim zu uns holen.“ Sam macht eine eindringliche Pause. „Du weißt, was passiert wäre. Also lass es gut sein und akzeptiere die Situation.“ „Deine Nichte wird ihn dafür endlich verlassen.“ Wirft Selina einen Blick in die Zukunft.
-121-
„Erinnere mich nicht daran.“ regt Helmut sich wieder auf. „Es wird ihn nicht eine Sekunde erschüttern. Nach 3 Monaten Urlaub in seinem Heimatland, wo er sich ausgiebig trösten lassen wird, kommt er verheiratet wieder zurück, um dort eine neue Familie zu gründen. Das Beste ist, dass er einen Sohn bekommen wird, den er Mesut nennt.“ „Das ist seine Art die Trauer zu überwinden.“ antwortet Sam. „Menschen sind halt keine Engel…“ Helmut schaut ihn resigniert an und schüttelt den Kopf. „Du meinst es immer zu gut mit den Menschen. Manche haben es wirklich nicht verdient.“ Sam sieht ihn nachdenklich an. „Ich weiß, dass diese Sache dich sehr mitgenommen hat und du deshalb keine klare Sicht der Situation haben kannst,“ Sam macht eine gedankenvolle Pause. „und deshalb möchte ich, dass du heute frei nimmst, um deine Großneffen zu besuchen. Ich möchte dich jedoch bitten,“ fährt Sam schnell fort. „dass du nichts Unüberlegtes zu ihnen sagst, denn sie haben noch keine Ahnung von allem.“ „Ich weiß, was du meinst, Sam“ wirft Helmut ein. „Dann weißt du auch, dass Mesut auf keinen Fall schon mit seiner Vergangenheit konfrontiert werden darf.“ meint Sam sehr eindringlich. Helmut sieht deprimiert nach unten. „Natürlich. Ich werde nicht sagen, wer ich bin.“ Helmut scheint nun die Situation zu akzeptieren. „Die Zeit wird kommen, wo du alles mit ihm besprechen kannst.“ erzählt Selina ihm mitfühlend. Sei geduldig und warte, bis Mesut sich bei uns gefestigt hat.“ Josh sitzt die ganze Zeit nur schweigsam dabei. Er kann Helmut so gut verstehen. „Denk bitte daran, wie lange du damals gebraucht hast, um das Unglück unbeschadet aufzunehmen.“ fügt Selina flüsternd hinzu.

-122-

27.4.09 09:55
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung